Schimmelpilze sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Sie setzen Sporen, Zellbestandteile und bei einigen Arten auch Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) frei, die über die Atemluft in den menschlichen Körper gelangen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Schimmel in Innenräumen als ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko ein.
Wie macht Schimmel krank?
Schimmelpilze vermehren sich über Sporen, die in die Raumluft abgegeben werden. Diese Sporen sind mikroskopisch klein (2–10 Mikrometer) und werden beim Atmen tief in die Lunge aufgenommen. Die gesundheitlichen Auswirkungen entstehen durch drei Mechanismen:
Allergische Reaktionen
Schimmelsporen sind potente Allergene. Sie können bei sensibilisierten Personen Heuschnupfen-ähnliche Symptome, Asthma und allergische Hautreaktionen auslösen.
Reizwirkung
Auch ohne Allergie können Schimmelbestandteile die Schleimhäute von Augen, Nase und Atemwegen reizen. Dies führt zu chronischem Husten, Schnupfen und Augenbrennen.
Toxische Wirkung
Einige Schimmelpilzarten (z.B. Stachybotrys chartarum, der 'schwarze Schimmel') produzieren Mykotoxine, die bei längerer Exposition zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen können.
Typische Symptome bei Schimmelbelastung
Die Symptome einer Schimmelbelastung sind oft unspezifisch und werden häufig nicht mit der Wohnsituation in Verbindung gebracht. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
| Bereich | Symptome |
|---|---|
| Atemwege | Chronischer Husten, Atemnot, pfeifende Atmung, häufige Bronchitis |
| Nase / Nebenhöhlen | Dauerschnupfen, verstopfte Nase, Nasennebenhöhlenentzündungen |
| Augen | Brennen, Rötung, Tränen, Juckreiz |
| Haut | Ekzeme, Juckreiz, Nesselsucht |
| Allgemein | Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen |
Wichtig: Wenn sich Symptome bessern, sobald Sie die Wohnung verlassen (z.B. im Urlaub), ist dies ein starker Hinweis auf eine Schimmelbelastung in Ihren Wohnräumen.
Besonders gefährdete Personengruppen
Während Schimmel für alle Bewohner ein Risiko darstellt, sind bestimmte Personengruppen besonders gefährdet:
Säuglinge und Kleinkinder (Immunsystem noch nicht ausgereift)
Ältere Menschen (geschwächte Abwehrkräfte)
Allergiker und Asthmatiker
Personen mit geschwächtem Immunsystem
Schwangere
Laut einer Studie der WHO Europe (2009) erhöht das Leben in feuchten oder schimmelbelasteten Wohnungen das Risiko für Atemwegserkrankungen um 50 % und für Asthma um 40 %.
Wann müssen Sie handeln?
Die Antwort ist eindeutig: Sofort. Schimmel in Wohnräumen sollte niemals toleriert werden. Je länger der Befall besteht, desto größer wird die Sporenbelastung und desto schwieriger wird die Sanierung.
Unser Rat: Dokumentieren Sie den Befall fotografisch, messen Sie die Luftfeuchtigkeit und lassen Sie im Zweifelsfall einen Gutachter die Ursache feststellen. So schützen Sie Ihre Gesundheit und sichern Ihre Rechte.
